Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand das orthodoxe Leben in der Sowjetunion weiterhin unter staatlicher Kontrolle, auch wenn sich Ausmaß und Formen des Drucks wandelten.
In den 1960er- bis 1980er-Jahren trat eine Generation von Geistlichen und Laien hervor, die sich für Religionsfreiheit, für die Wiederherstellung der Eigenständigkeit der Pfarreien und für eine offene Aussprache über die Probleme des kirchlichen Lebens einsetzte.
Einen besonderen Platz in dieser Geschichte nimmt der Priester Gleb Pawlowitsch Jakunin ein.
1965 wandte er sich gemeinsam mit dem Priester Nikolai Eschliman in einem offenen Brief an Patriarch Alexius I., in dem er gegen die Verletzung der Rechte der Gläubigen und gegen die Einmischung des Staates in die inneren Angelegenheiten der Kirche Einspruch erhob.
Später wurde Vater Gleb zu einem der bekannten Vertreter der sowjetischen Menschenrechtsbewegung.
1976 war er an der Gründung des Christlichen Komitees zur Verteidigung der Rechte der Gläubigen in der UdSSR beteiligt. Zu seiner Tätigkeit gehörten die Dokumentation religiöser Verfolgungen, der Schutz von Menschen unterschiedlicher Bekenntnisse und die Verbreitung von Informationen über Verletzungen der Gewissensfreiheit.
Wegen seiner Tätigkeit wurde Vater Gleb strafrechtlich verfolgt, inhaftiert und in die Verbannung geschickt.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion setzte er sich weiter für die Unabhängigkeit des religiösen Lebens und für die notwendige Reform der kirchlichen Institutionen ein.
Ein weiterer bedeutender Vertreter der unabhängigen orthodoxen Tradition war der spätere Metropolit Stefan (Linizki), der mit der Wahren Orthodoxen Kirche verbunden war.
Gerade das Zusammenwirken solcher Geistlicher und kirchlicher Persönlichkeiten schuf die Voraussetzungen für die Entstehung der Apostolisch-Orthodoxen Kirche.